Nennen wir es mal „Krötenhaut“

Zur Verschönerung und zum Schutz der Wohnkabine (z.B. vor vorbeistreifenden Ästen) haben wir im unteren Bereich der Kabine eine neue Verkleidung angebracht.

Dabei haben wir lange hin und her überlegt. Hinsichtlich der Eigenschaften sollte es robust sein gegen Kratzer und cool aussehen. Schnell fiel also die Wahl auf schwarzes Alu-Riffelblech. Was uns beim Riffelblech ein wenig gestört hat war, neben dem Preis, die Tatsache, dass man es in der Wohnwagenwand verschrauben oder vernieten sollte. So erzeugt man eben Löcher in der Wand, die eben auch im schlimmsten Fall als Schwachstelle fungieren können und dem Wasser den Weg freimachen können. Hinzu kommt noch, dass Alubleche teilweise auch mal scharfe Kanten haben könnten. Zudem ist da eben noch das Gewicht. Alles eigentlich keine ultimativen Argumente, da man alles bei sauberer Bearbeitung in den Griff bekommen kann und da das Gewicht hier keine entscheidende Rolle spielt…

Dennoch fiel unsere Wahl in diesem Fall auf eine Alternative:

Gummischutzmatten in schwarzer Riffelblechoptik, ursprünglich zum Schutz von Werkbänken.

Die Gummischutzmatten gibt es in unterschiedlicher Stärke und Breite als Meterware auf der Rolle. Das Material ist zwar auch nicht ganz billig, aber sehr robust und lässt sich sowohl kleben als auch Schrauben. Zudem kann man es mit einem Cuttermesser relativ gut zuschneiden und so auch gut den Konturen folgen. Logischerweise ist das Gummi auch wasserdicht.

Die Gummimatten wurden grob zugeschnitten und gemeinsam mit den Seitenleisten der Wohnkabine verklebt und verschraubt. Anschließend wurden die Matten mit Spezialkleber vollflächig auf der Blechhaut der Wohnkabine verklebt.

Die Konturen wurden mit einem Cuttermesser und einem Lineal sauber nachgefahren, was mit etwas Übung definitiv besser funktioniert als ohne Übung (mussten wir feststellen).

In die fertigen Bereiche haben wir dann wieder die Ausschnitte für den Kühlschrank, die Reflektoren etc. eingeschnitten und alle Anbauteile wieder angeschraubt. Wichtig dabei: Immer die Dichtmasse erneuern.

Der Bugkasten wurde aufgrund der runden Form hier nicht beklebt, sondern vollständig schwarz lackiert. Die Lackierung ist aber nur eine Übergangslösung, da der alte Bugkasten in Kürze eh einem vollständig neuen Bugkasten weichen wird.

Während die Beifahrerseite relativ einfach zu bearbeiten war, war die Fahrerseite hier um so schwieriger. Aufgrund der Länge von mehr als 5m sowie dem Gewicht der Gummibahn war schon das Verschrauben mit der Leiste nicht ganz einfach, ging dann aber mit mehreren Händen doch. Das Anbringen des extrem zähflüssigen Klebers auf der gesamten Breite der Wand sollte dann ebenfalls von mehreren Personen gleichzeitig erledigt werden, damit der Kleber nicht schon antrocknet bevor die Bahn heruntergerollt werden kann.

Nachdem wir jetzt einige Praxiserfahrung mit der „Krötenhaut“ sammeln konnten ist unser Fazit eigentlich durchweg positiv. Das Material ist robust, riecht nicht, bietet einen gewissen Schutz und sieht gut aus.

Aber wie bei allem, gibt es auch bei dieser Variante ein paar Nachteile. Zu nennen wäre da insbesondere, dass die Krötenhaut trotz einer vollflächigen Verklebung aufgrund der hohen Wärmeausdehnung von Gummi an sehr heißen Sommertagen ein paar Beulen (Blasen) wirft. Das ist zwar meistens kaum zu sehen bzw. nur aus bestimmten Winkeln sichtbar, ist aber definitiv ein kleines Manko. Als zweiter Punkt bleibt noch zu klären wie das Gummi in ein paar Jahren aussieht. Immerhin kann es bei Gummi passieren dass es ausbleicht oder dass es sogar spröde oder rissig wird. Naja, falls das passiert kommen eben doch noch Alubleche davor…

Hier noch ein paar Bilder:

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