Zulassung eines Trailer-Eigenbaus

Wie im vorherigen Beitrag beschrieben stand nach einigen Überlegungen unsere Entscheidung fest, dass wir für unseren liebgewonnenen „Oldtimer“-Trailer Hobby 530 einen neuen Rahmen konstruieren und die Wohnkabine dort aufsetzen wollten.

Ziele die wir mit diesem neuen Rahmen erfüllen wollten waren:

  • Anbaumöglichkeiten für diverse Komponenten (Dachträger, Werkzeuge, Heckplattform, Frontplattform, etc.)
  • robuster, langlebiger und sehr stabiler Rahmen
  • ausreichend Bodenfreiheit und coole Optik
  • große Räder mit ordentlichen Profil

 

Gleichzeitig war natürlich selbstverständlich, dass der neue Trailer alle gesetzlichen Anforderungen und Sicherheitsrichtlinien erfüllen soll und muss!

Als erstes haben wir also einmal diesbezüglich alle verfügbaren Informationen eingeholt, die so in den Gesetzestexten der Straßenverkehr- und Zulassungsordnung zu finden sind. Zudem haben wir den Kontakt zu einem Prüfer für Sonderabnahmen/Einzelabnahmen beim TÜV hergestellt und unsere Vorhaben diskutiert und durchgesprochen. Schnell stand dann fest:

Möglich? Ja, aber nicht „mal so eben“

 

In kurzer Zusammenfassung können eigentlich folgende Punkte festgehalten werden, die zwingend zu erfüllen sind:

  • Festigkeitsberechnung des gesamten Rahmens inkl. der Anbauteile (statisch und dynamisch)
  • Nachweise zur Dimensionierung und Auslegung aller Fahrwerkskomponenten (Achse, Bremse, Zugholme, Deichsel, Auflaufeinrichtung, Reifen)
  • Gewichtsberechnung und Wiegeprotokoll
  • Erfüllung sämtlicher Anforderungen hinsichtlich Rückleuchten, Begrenzungsleuchten, Höhen, Breiten, Fußgängerschutz, elektrische Anlage, Gasanlage, Unterfahrschutz, Rahmenbearbeitung und Kanten, Gewichte und Abmessungen
  • Schriftliche Dokumentation aller Komponenten und Berechnungen
  • Bestehen der Vor-Ort Prüfung aller Komponenten durch die Prüfingenieure der technischen Prüfstelle
  • Aufbringen der Gebühren für die Einzelabnahme/Sonderabnahme

Theoretisch war unser Vorhaben also möglich, jetzt war nur noch die Frage, ob wir es praktisch eben auch umsetzen können.

Vermutlich ist von den genannten Aspekten der Punkt der Rahmenauslegung und der Festigkeitsnachweis für die meisten hier die größte Hürde. In diesem Punkt kam mir jedoch zu Gute, dass ich meine berufliche Ingenieurs-Laufbahn an einem Universitätsinstitut verbracht habe, welches sich intensiv mit FEM Simulationen und in der Lehre mit Bauteildimensionierung beschäftigt hat, so war zumindest dieser Punkt schon einmal keine unüberwindliche Hürde, sondern lediglich mit etwas „Auffrischen“ von Wissen verbunden.

So ging es dann also los und ich habe begonnen mich mit der Konstruktion und Auslegung des Rahmens zu beschäftigen.

Mehr dazu lest Ihr im Folgenden Beitrag.

 

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